Kurz gefasst
Das Schweißen einer Kippermulde aus Hardox-Stahl unterscheidet sich vom gewöhnlichen Konstruktionsschweißen: Entscheidend sind die Auswahl eines Drahtes mit geringerer Festigkeit als der Grundwerkstoff, die Kontrolle von Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur sowie die Kerbentlastung an der Rissstelle. Andernfalls reißt die reparierte Naht nach wenigen Wochen erneut. PHS Magnum schweißt Stahlmulden (S235, S355, Hardox 400/450/500) und Aluminiummulden (WIG) in der Halle in Chorula.
Warum Kippermulden reißen
Ein Kipper arbeitet unter Extrembedingungen: abrasiver Schotter, Schläge beim Beladen mit der Schaufel, Überlastungen, Vibrationen auf Nebenstraßen. Eine Mulde aus verschleißfestem Hardox-Stahl hält dem Abrieb stand, aber an Stellen mit Spannungskonzentration — Ecken, Übergängen Boden–Bordwand, an den Scharnieren — entstehen trotzdem Ermüdungsrisse.
Der häufigste Fehler ist das „schnelle Zuschweißen" mit gewöhnlichem Draht. Die harte, spröde Verbindung wird zum schwächsten Glied und reißt neben der alten Naht.
Wie wir Hardox schweißen, damit es hält
Auswahl des Zusatzwerkstoffs
Für Hardox wählen wir Drähte mit niedrigerer Streckgrenze als der Grundwerkstoff — die duktilere Naht nimmt die Spannungen auf, statt zu reißen. Das ist kontraintuitiv, aber gerade die „weichere" Verbindung ist in einer schlagbeanspruchten Mulde langlebiger.
Vorwärmen und Wärmeeinflusszone
Bei dickeren Blechen und den Güten 450/500 setzen wir Vorwärmen (75–150 °C) ein und kontrollieren die Zwischenlagentemperatur. Das begrenzt Aufhärtung und Kaltrisse in der Wärmeeinflusszone (WEZ).
Kerbentlastung
Eine dauerhafte Reparatur ist nicht nur die Naht — es geht auch um die Geometrie: Entfernen des alten Risses in voller Tiefe, richtiger Übergangsradius, gegebenenfalls eine Verstärkungslasche. Die Naht allein ohne Kerbentlastung reißt erneut.
Stahl oder Aluminium
| Muldenwerkstoff | Verfahren | Anmerkungen |
|---|---|---|
| S235 / S355 | MIG/MAG | Standard-Baustahl |
| Hardox 400/450/500 | MIG/MAG | weicherer Draht, Vorwärmen je nach Dicke |
| Aluminium | WIG | Argonschutzgas, Auswahl der Zusatzlegierung |
Schweißen ist Teil einer größeren Reparatur
Eine gerissene Mulde geht oft mit anderen Schäden einher: einem Leck am Hydraulikzylinder — siehe Regeneration des Kipperzylinders, einer verbogenen Klappe oder einem beschädigten Boden bei Muldenaufliegern. In der Halle in Chorula kombinieren wir Schweißarbeiten mit Hydraulikreparatur und Korrosionsschutzlackierung — den vollen Umfang beschreibt die Seite Service für Kipper und Muldenauflieger.
Sie haben eine gerissene Kippermulde? Rufen Sie an und vereinbaren Sie eine Begutachtung: +48 602 716 551.

