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Tankschweißen

Unfallschweißen am Siloaufliegertank: TIG Aluminium 5083/5754, Stahl 304L/316L, NDT (MT/PT/RT), WPS, TDT-Prüfung. Schweißer nach ISO 9606. Chorula bei Oppeln.

Unfallschweißen am Siloaufliegertank mit TIG — PHS Magnum

Kurz gefasst

Das Tankschweißen am Siloauflieger nach einem Unfall ist die anspruchsvollste Reparatur am gesamten Fahrzeug — sie erfordert einen Schweißer mit ISO-9606-Zertifikat, eine für den Auflieger freigegebene WPS, attestierte Zusatzwerkstoffe, zerstörungsfreie Prüfungen (NDT) sowie eine außerordentliche TDT-Prüfung. PHS Magnum schweißt AlMg-Aluminium 5083/5754 (TIG) sowie Edelstahl 304L/316L, führt die Passivierung des Stahls durch und erstellt die vollständige Dokumentation für die Aufliegerakte. Typische Dauer mit Dokumentation: 4–7 Arbeitstage je nach Umfang.


Tankschweißen am Siloauflieger — eine Spezialreparatur

Das Schweißen des Druckbehälters nach einem Unfall ist die anspruchsvollste Reparatur am Siloauflieger. Sie erfordert: einen zertifizierten Schweißer, eine für den Auflieger freigegebene WPS, Zusatzwerkstoffe mit Attest, NDT durch ein externes Büro, eine außerordentliche TDT-Prüfung.

PHS Magnum verfügt über das komplette Kompetenzpaket: Schweißer nach ISO 9606-2 (Aluminium) und ISO 9606-1 (Edelstahl), Werkzeuge, Werkstoffe, Dokumentation, Koordination mit der TDT.

Die am häufigsten geschweißten Werkstoffe

Die Wahl von Zusatzwerkstoff, Verfahren und Prüfungen hängt vom Behälterwerkstoff ab. Kurzübersicht:

BehälterwerkstoffTypische MarkenZusatzdrahtVerfahrenNDT
Aluminium AlMg 5083Spitzer, KässbohrerER5183TIG (141)PT
Aluminium AlMg 5754Feldbinder EUT AluER5356TIG (141)PT
Edelstahl 304LFeldbinder EUT InoxER308LTIG / MIGPT + Passivierung
Edelstahl 316LFeldbinder PremiumER316LTIG / MIGPT + Passivierung
Baustahl S355Rahmen, BefestigungenER70S-6MIG/MAG (135)MT

Details der Verfahren und Parameter für die einzelnen Werkstoffe unten.

Aluminium AlMg 5083 (Spitzer, Kässbohrer)

  • AlMg-Legierung mit Mn-Zusatz (3–4 %)
  • Festigkeit Rm: 290–345 MPa
  • Schweißdraht: ER5183 (für 5083), ER5356 (universell AlMg)
  • Gas: Argon 4.6 (99,996 % Reinheit)
  • Verfahren: TIG (141) mit Wolframelektrode
  • Preheat: 100–150 °C bei Dicken >6 mm

Aluminium AlMg 5754 (Feldbinder EUT Aluminium)

  • AlMg-Legierung 3 %
  • Festigkeit Rm: 220–275 MPa
  • Draht: ER5356
  • Verfahren und Prozeduren wie bei 5083

Edelstahl 304L (Feldbinder EUT Inox)

  • Zusammensetzung: 18 % Cr, 10 % Ni, niedriger Kohlenstoffgehalt
  • Draht: ER308L (typisch) oder 308LSi
  • Verfahren: TIG (141) für Bleche 2–6 mm, MIG/MAG (135) für dickere
  • Gas: Reinargon oder Argon+H2 (TIG), Argon+2 % O2 (MIG)
  • Passivierung nach dem Schweißen erforderlich

Edelstahl 316L (Feldbinder EUT Premium, Chemikalien)

  • Zusätzlich Molybdän (2–3 %) — Beständigkeit gegen Lochkorrosion
  • Draht: ER316L
  • Identische Prozeduren wie bei 304L

Baustahl S355 (Rahmen, Befestigungen)

  • Draht: ER70S-6 (niedriggekohlter Stahl)
  • Verfahren: MIG/MAG (135)
  • Gas: Argon + 18 % CO2

Die WPS (Welding Procedure Specification)

Jede Schweißreparatur am Druckbehälter erfolgt gemäß der für den jeweiligen Auflieger freigegebenen WPS:

  • Grundwerkstoffe (Behälter) und Zusatzwerkstoffe (Draht)
  • Schweißverfahren (TIG 141 / MIG-MAG 135)
  • Parameter (Strom, Spannung, Geschwindigkeit)
  • Schutzgas + Durchfluss (typisch 8–15 L/min)
  • Schweißposition (PA, PB, PC …)
  • Vorwärmtemperatur
  • Schweißfolge (bei langen Nähten)
  • geforderte NDT nach der Reparatur

Die WPS für die meisten Aufliegertypen von Spitzer, Feldbinder und Kässbohrer ist verfügbar — für Sonderkonfigurationen koordiniert PHS Magnum mit dem Hersteller.

Zerstörungsfreie Prüfungen (NDT)

Nach jedem Schweißen am Druckbehälter — obligatorisches NDT.

MT (Magnetpulverprüfung)

Für ferromagnetische Stähle. Empfindlichkeit: Risse ab 0,05 mm. Prüfdauer: 30–60 Min. für eine einzelne Naht.

PT (Eindringprüfung)

Für Edelstahl (paramagnetisch) und Aluminium. Dauer: 60–90 Min. inkl. Trocknung des Eindringmittels.

RT (Röntgen-Radiografie)

Höchste Empfindlichkeit, teuer und zeitaufwendig. Eingesetzt für:

  • Nähte nach dem Austausch einer Blechsektion (höchste Verantwortung)
  • Nähte im Behälterinneren (für MT/PT schwer zugänglich)
  • bestimmte Aufliegertypen, deren Herstellerdokumentation RT vorschreibt

Ausgeführt von externen NDT-Büros. Dauer: 1–3 Tage vom Probenversand bis zum Bericht.

Passivierung von Edelstahl

Nach dem Schweißen von Edelstahl (304L, 316L) führen wir die Passivierung durch — den Wiederaufbau der durch die hohen Schweißtemperaturen zerstörten Cr2O3-Passivschicht.

Ablauf:

  1. Schleifen der Nähte auf Ra ≤ 0,8 µm
  2. Reinigung mit Isopropylalkohol
  3. Passivierung mit Salpetersäure HNO3 20–50 % (30–60 Min. Reaktion)
  4. Spülen mit demineralisiertem Wasser
  5. Trocknung mit Druckluft
  6. Passivierungsprotokoll für die Aufliegerakte

TDT-Prüfung nach dem Schweißen

Schweißen am Druckbehälter = außerordentliche TDT-Prüfung erforderlich.

Ablauf:

  1. Meldung an die TDT (Regionalstelle Kattowitz)
  2. Anreise des Inspektors in die Halle von PHS Magnum
  3. Sichtkontrolle der Nähte nach der Reparatur
  4. Prüfung der Dokumentation (WPS, Schweißerzertifikat, NDT-Bericht)
  5. Wasserdruckprobe (1,5-facher Betriebsdruck)
  6. Ausstellung der Bescheinigung der außerordentlichen Prüfung
  7. Termin der nächsten periodischen Prüfung

Dauer: 1 Tag. Die Bescheinigung wird bei positiver Kontrolle sofort ausgestellt. Kommt das Fahrzeug bereits nach einer abgelehnten TDT-Prüfung zu uns, ist das Tankschweißen mit vollständiger Dokumentation meist der zentrale Punkt, der aus dem Protokoll abgearbeitet wird.

Kontakt

Abteilung Siloauflieger-Service: +48 602 716 551 Abteilung TDT (Dipl.-Ing. Roland Sobota): +48 504 788 385 E-Mail: biuro@magnumchorula.pl · Basis Chorula bei Oppeln, Polen, 4 km vom A4-Anschluss

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Häufig gestellte Fragen

Ausschließlich ein Schweißer mit ISO-9606-Zertifikat für den jeweiligen Werkstoff — EN ISO 9606-2 für AlMg-Aluminium, EN ISO 9606-1 für austenitischen Stahl 304L/316L. Zusätzlich ist für einen der TDT unterliegenden Behälter eine für den Auflieger freigegebene WPS (Welding Procedure Specification) erforderlich. Ohne diese beiden Voraussetzungen ist das Schweißen eines Druckbehälters UNZULÄSSIG.

Hauptverfahren: TIG (141) für AlMg-Aluminium 5083/5754 und Edelstahl (dünnere Bleche 2–6 mm), MIG/MAG (135) für dickere Stahlelemente. Reinargon (4.6) als TIG-Schutzgas für Aluminium, Argon mit Zusätzen für MIG. Draht: ER5183 für AlMg-Aluminium, ER308L/ER316L für Edelstahl.

NDT (Non-Destructive Testing) sind zerstörungsfreie Prüfungen der Schweißnähte. Erforderlich nach jeder Schweißreparatur am Druckbehälter. Methoden: MT (Magnetpulver — ferromagnetischer Stahl), PT (Eindringprüfung — Edelstahl und nichtmagnetisches Aluminium), RT (Radiografie — für Nähte höchster Verantwortung). Ausgeführt von externen zertifizierten NDT-Büros.

Ja. Jedes Schweißen am Druckbehälter eines Siloaufliegers erfordert nach der Reparatur eine **außerordentliche TDT-Prüfung**. Ablauf: Meldung an die TDT, Kontrolle der Nähte durch den Inspektor, Wasserdruckprobe, Ausstellung der Bescheinigung für die Rückkehr in den Einsatz. Ohne TDT-Prüfung nach dem Schweißen darf das Fahrzeug nicht unter Druck transportieren.

Ja, aber Aluminium erfordert mehr Expertise als Stahl: Vorwärmtemperatur (Preheat 100–150 °C bei größeren Dicken), Wahl des Zusatzwerkstoffs (ER5183 für AlMg-5083, ER5356 für 5754), Schutz vor Kontamination (Aluminium reagiert stark mit Sauerstoff). PHS Magnum hat zertifizierte TIG-Schweißer für Aluminium.

Die reine Schweißzeit hängt von der Nahtlänge ab: kleine Mikrorisse 2–4 Stunden, längere Risse 4–8 Stunden, Austausch eines Blechabschnitts 1–2 Tage. Dazu externes NDT (1–2 Tage Wartezeit) + Vorbereitung auf die TDT-Prüfung (1 Tag) + die Prüfung selbst (0,5 Tage). Zusammen 4–7 Arbeitstage je nach Umfang.

Ja, verpflichtend. Passivierung mit Salpetersäure (HNO3, 20–50 %) auf Naht und WEZ (Wärmeeinflusszone) — die hohen Schweißtemperaturen zerstören die Passivschicht des Edelstahls. Reaktionszeit 30–60 Min., Spülen mit demineralisiertem Wasser, Trocknung. Wir stellen ein Passivierungsprotokoll für die Aufliegerakte aus.

Das Schweißen eines der TDT unterliegenden Druckbehälters dürfen ausschließlich Schweißer mit ISO-9606-Zertifikat für den jeweiligen Werkstoff ausführen, nach freigegebener WPS, mit obligatorischem NDT und außerordentlicher TDT-Prüfung. Ohne diese Elemente ist die Reparatur unzulässig, und der TDT-Inspektor erkennt sie nicht an. Deshalb empfehlen wir das Schweißen in einem Servicebetrieb mit vollständiger Dokumentation.

Das Komplettpaket geht in die Aufliegerakte: Schweißerzertifikat ISO 9606, WPS für die jeweilige Reparatur, Atteste der Zusatzwerkstoffe, NDT-Bericht des externen Büros, Passivierungsprotokoll bei Edelstahl sowie die Bescheinigung der außerordentlichen TDT-Prüfung. Dieses Paket ist bei künftigen Prüfungen und beim Fahrzeugverkauf unverzichtbar.

Nicht immer. Kleine Risse und Mikrorisse lassen sich oft ohne Sektionstausch verschweißen. Der Austausch eines Blechabschnitts ist nötig bei großflächiger Eindellung, Perforation oder Korrosion, die die zulässige Wanddicke unterschreitet. Den Umfang legen wir nach Begutachtung und Wanddickenmessung fest — siehe auch unsere [Unfallreparatur Siloauflieger](/de/service/siloauflieger-service/unfallreparatur/).

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