Kurz gefasst
Mechanisches Recycling ist die dominierende Kunststoffrecycling-Technologie — Sortieren, Mahlen, Waschen, Regranulieren. Chemisches Recycling ist die neuere Technologie, die Polymere in Monomere zerlegt; die erneute Polymerisation ergibt Pellets mit 100 % Virgin-Qualität. Beide Typen werden mit pneumatischen Siloaufliegern transportiert, unterscheiden sich aber: in der Skalierung (mechanisch — groß, chemisch — wachsend), in der geografischen Reichweite (mechanisch — regional 100–500 km, chemisch — kontinental 500–1500 km), in den Zertifikatsanforderungen (chemisch standardmäßig food-grade EFSA), in den Routen (mechanisch in jedem EU-Land, chemisch — Konzentration im DACH-Raum und NL). Nach der PPWR 2026 haben beide Typen starke Nachfrage, aber ihr Transport erfüllt unterschiedliche Rollen in der Lieferkette.
Mechanisches Recycling — wie es funktioniert und was es im Transport erzeugt
Der Prozess:
- Sammlung und Sortierung — der Strom von Kunststoffverpackungen aus Haushalten und Industrie durchläuft eine Sortieranlage (MRF — Material Recovery Facility). Automatische Sortierung (NIR — Near InfraRed) in polymerspezifische Ströme: PET, HDPE, PP, LDPE, PS.
- Mahlen — die Verpackungen werden mechanisch zu Flakes zerkleinert (5–15 mm).
- Waschen — Entfernen von Etiketten, Kleber, organischen Verunreinigungen. Erfordert erhebliche Mengen Wasser und Energie.
- Trocknen — Verdampfen der Feuchtigkeit auf <0,2 %.
- Regranulierung — Flakes gehen in den Extruder, werden geschmolzen, gefiltert und zu Pellets regranuliert.
Endprodukt: Regranulat-Pellets (R-PET, R-HDPE, R-PP, R-LDPE) mit einer technischen Qualität von 90–95 % des Virgin-Materials.
Transportcharakteristik des mechanischen Recyclings:
- Sortieranlagen — verstreut in jedem Kreis/jeder Region (Kommunalwirtschaft)
- Mechanische Recycler — viele in jedem EU-Land (lokale bis mittlere Skala)
- Routen: typisch 100–500 km zwischen Sortieranlage und Recycler; 300–800 km zwischen Recycler und Verpackungshersteller
- Ausrüstung: Standard-Druckluft-Siloauflieger für PE/PP/PET-Regranulat
- Dokumentation: PCR-Content-Zertifikat, RecyClass (wachsender Standard)
Skalierung: ~70 % des aktuellen (2026) Kunststoffrecyclings in der EU.
Chemisches Recycling — wie es funktioniert und was es im Transport erzeugt
Der Prozess (verschiedene Technologien):
Pyrolyse (hauptsächlich Polyolefine — PE, PP)
- Gemischte Folien / Mehrschichtabfälle → Vorsortierung und Reinigung
- Sauerstofffreie Pyrolyse bei 400–600 °C → Pyrolysat (Gemisch flüssiger und gasförmiger Kohlenwasserstoffe)
- Pyrolysat → Steamcracken → Monomere (Ethylen, Propylen)
- Monomere → Polymerisation → Pellets in Virgin-Qualität
Depolymerisation (hauptsächlich PET)
- PET-Abfall (Flaschen, Fasern, Verpackungen) → Vorreinigung
- Glykolyse (mit Ethylenglykol) oder Methanolyse (mit Methanol) oder Hydrolyse (mit Wasser) → Monomere (BHET, DMT, TPA + EG)
- Polymerisation → PET-Pellets in Virgin-Qualität
Solvolyse und weitere fortgeschrittene Methoden — in der Pilotphase.
Endprodukt: Pellets mit einer technischen Qualität von 100 % Virgin, mit EFSA-Zertifikaten für Lebensmittelkontakt, akzeptiert von allen Abnehmern.
Transportcharakteristik des chemischen Recyclings:
- Chemische Anlagen — selten in der EU (derzeit etwa 5–15)
- Routen zum chemischen Recycler: 500–1500 km (aus der ganzen EU zu den wenigen Anlagen)
- Ausrüstung: pneumatische Siloauflieger für Regranulat; Chemietanks für flüssige Monomere (Zwischenetappe)
- Dokumentation: volle Rückverfolgbarkeitskette, ISCC PLUS oft verlangt (Massenbilanz)
Skalierung: ~5 % des aktuellen Kunststoffrecyclings in der EU, Wachstumsprognose auf 20–25 % bis 2035.
Vergleich — was wir in beiden Modellen transportieren
| Aspekt | Mechanisches Recycling | Chemisches Recycling |
|---|---|---|
| Eingang | Sortierter Rohabfall (Flakes) | Gemischter / verschmutzter Abfall |
| Zwischenetappen | Waschen, Trocknen | Monomere, Oligomere |
| Ausgang | Regranulat (90–95 % Virgin-Qualität) | Regranulat (100 % Virgin-Qualität) |
| Transport Eingang | Abfallcontainer, Absetzkipper, Walking Floor | Abfallcontainer, Walking Floor |
| Transport Zwischenstufe | Keiner (einstufiger Prozess) | Chemietanks (flüssige Monomere) |
| Transport Ausgang | Pneumatischer Siloauflieger | Pneumatischer Siloauflieger |
| Typische Distanz | 100–500 km (lokal/regional) | 500–1500 km (kontinental) |
| Dokumente | PCR Content, RecyClass | EFSA food-grade, ISCC PLUS, RecyClass |
| Rezyklatpreis | 60–90 % des Virgin-Preises | 100–130 % des Virgin-Preises |
Routen zu den wichtigsten chemischen Recyclingwerken aus PL
Vom Standort PHS Magnum in Chorula bei Oppeln (4 km von der A4):
BASF ChemCycling Ludwigshafen (DE) — Ausgangspellets (R-PE/R-PP aus Pyrolyse) oder Eingangsmonomere (bei Zusammenarbeit mit Lieferanten). Distanz: ~1200 km, Fahrzeit 14–16 h, typisch 2-Tage-Zyklus.
BASF Schwarzheide (DE) — Anlage für gemischte Pyrolyse, geringerer Umfang. Distanz: 400–500 km, Fahrzeit 5–6 h, Ein-Tages-Zyklus.
LyondellBasell Wesseling (DE) — chemische Recyclinganlagen im Ausbau. Distanz: 900–1000 km, Fahrzeit 11–13 h, Zwei-Tages-Zyklus.
Indaver Antwerpen (BE) — chemisches PET-Recycling. Distanz: 1300–1400 km, Fahrzeit 16–18 h, Zwei-Tages-Zyklus.
Borealis Schwechat / OMV Linz (AT) — chemisches Recycling und Polymerisation. Distanz: 700–900 km, Fahrzeit 9–12 h, Ein-Tages-Zyklus (möglich).
Versalis Mantua (IT) — chemisches PE-Recycling. Distanz: 1100–1300 km, Fahrzeit 14–16 h, Zwei-Tages-Zyklus.
Polnische Projekte (2024–2027 im Anlauf):
- Anwil/Orlen Olefin — chemisches PET-Recycling in Włocławek
- Synthos — Projekte zum chemischen PS-Recycling
Nach dem Start der polnischen Anlagen — Inlandsrouten (200–400 km), deutliche Verkürzung der Zykluslänge.
Technische Anforderungen — was den Siloauflieger für chemisches vs. mechanisches R unterscheidet
Für alle R-Typen:
- Pneumatischer Siloauflieger aus Aluminium oder Edelstahl
- Dedizierung auf die Kategorie (food-grade vs. non-food)
- Dokumentierte Ladungshistorie
- PPLP-konforme Bordausrüstung
Spezifisch für chemisches R in food-grade:
- Siloauflieger ausschließlich food-grade dediziert, ab Betriebsbeginn
- Werkstoffzertifikat (Dichtungen, Belüftungspads) konform mit Food-Contact-Normen (EFSA, FDA)
- Spezielles Nassreinigungsverfahren (bei Kategoriewechsel — für food-grade nicht empfohlen)
- Ausblasverfahren mit trockener Druckluft (zwingend — PET ist hygroskopisch)
Spezifisch für chemisches R nach Pyrolyse (R-PE/R-PP):
- Möglicherweise leicht erhöhte Ladungstemperatur (bis 50–60 °C)
- Verträgt Standard-Siloauflieger
Was PHS Magnum im Rezyklatsegment bedient
- Routen zu chemischen Recyclingwerken im DACH-Raum — regelmäßig zu BASF Schwarzheide (DE), Borealis Schwechat (AT), weitere auf Anfrage
- Dedizierte Food-Grade-Flotte — ausgewählte Siloauflieger mit zertifizierter Ladungshistorie
- Komplette PPLP-Ausrüstung — Schaufeln, Säcke, Trichter, Gurte auf jedem Fahrzeug
- Rückverfolgbarkeitsverfahren — Zyklusregister, e-CMR (Einführung geplant 2026)
- Zertifikate: ISO 9001:2015 (DEKRA aktuell), OCS Europe (in Umsetzung)
Kontakt für Versender aus dem Rezyklatsegment: biuro@magnumchorula.pl , +48 602 716 551.
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Über den Autor
Den Inhalt hat das Team von PHS Magnum in Zusammenarbeit mit Aleksy Pasternak erarbeitet — Managing Partner des Unternehmens, Experte für Schüttguttransport mit 35 Jahren Erfahrung im Handel mit Kunststoffgranulaten, Rezyklaten und Industriemineralien in der EU. Aleksy veröffentlicht Branchenanalysen auf dem Expertenportal pasternak.me , wo Sie weitere Ausarbeitungen zu regulatorischen (PPLP, PPWR, OCS), technischen (Siloauflieger, TDT) und operativen Themen (Big-Bag-Umschlag, Konfektionierung) finden.

